Pressemitteilung vom 08. Apr 2026
LSV lehnt Pläne zur Änderung des Landesentwicklungsplans ab
Landschaftsschutzverein plädiert für Erhalt des geschützten Freiraums
Bornheim. Der LSV hat sich jetzt fristgerecht in einer Stellungnahme an das Ministerium für Industrie, Klimaschutz und Energie NRW entschieden gegen die Pläne des Landes gewandt, „im dicht besiedelten NRW eine bewusste und gezielte Verringerung des geschützten Freiraums“ vorzunehmen. Hintergrund ist eine in Düsseldorf beabsichtigte erneute Änderung des Landesentwicklungsplans.
Änderungsvorschläge der Landesregierung sollen es künftig ermöglichen, bei Bedarf auch isoliert von vorhandenen Ortschaften mitten in der freien Landschaft liegende „Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzungen auszuweisen“, so der Vorsitzende des Landschaftsschutzvereins Dr. Michael Pacyna.
Den Freiraum einengende oder beschränkende landesplanerische Maßnahmen stünden im krassen Widerspruch zum Raumordnungsgesetz, welches sich gegen die erstmalige Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrswege wendet.
Der LSV befürchtet, dass das neue Planungsvorhaben des Landes als Einfallstor für die Ansiedlung z.B. von Logistikzentren, Unternehmen des Groß - und Einzelhandels, Autohöfen etc. bis hin zur Ansiedlung ganzer Gewerbeparks und produzierender Unternehmen „auf der grünen Wiese“ genutzt werden wird.
Zum Entsetzen der Landschaftsschützer sind zudem über die bereits jetzt bestehende Ausnahmeregelung für Windenergieanlagen hinaus 5 weitere Möglichkeiten vorgesehen. So können sogar Flächen in Naturschutzgebieten in Anspruch genommen werden, wie sie u.a. auf der Bornheimer Ville häufig sind, oder die in ´Natura-2000-Gebieten` wie z.B. den ´Villewäldern bei Bornheim` liegen. Das könne in Einzelfällen zur völligen Entwertung dieser bisher besonders geschützten wertvollen Flächen führen. Dirk Lindemann, Jurist im LSV-Vorstand, fordert deshalb eine Streichung dieser weitreichenden Eingriffsbefugnisse.
Außerdem soll der weitgehend gesicherte Schutz des Waldes, der nach bisheriger Regelung „zu erhalten, vor nachteiliger Entwicklung zu bewahren und weiterzuentwickeln ist“, dadurch stark eingeschränkt werden, dass diese verpflichtende Vorgabe künftig zur bloßen Sollvorschrift wird. Martin Koch - Forstwissenschaftler und ebenfalls im LSV-Vorstand - hält „diese offensichtliche Abwertung des Schutzes von Waldgebieten für sachlich nicht gerechtfertigt. Hinweise auf Gründe und Motivation für diese textliche Änderung finden sich weder in den Erläuterungen noch in der Planbegründung des Ministeriums. Wir schlagen deshalb vor, die bisherige Regelung beizubehalten.“
Schließlich steht das jetzt neu eingefügte Ziel des Landes, Standorte zur Aufbereitung und Wiederverwendung von mineralischen Recyclingbaustoffen auch in der freien Landschaft zu ermöglichen, nach Überzeugung des LSV im krassen inhaltlichen Widerspruch zum Grundsatz des Raumordnungsgesetzes, den Freiraum zu erhalten sowie seine Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Ausgleichsfunktionen im dichtbesiedelten NRW zu sichern und zu entwickeln. „Recycling sollte“, so Michael Pacyna, „stattdessen auf stillgelegten Deponien, auf geeigneten Industriebrachen oder an vergleichbar vorbelasteten Standorten verwirklicht werden.“
Stellungnahme zum LEP
Im Rahmen des 2. Beteiligungsverfahrens zur 3. Änderung des LEP NRW hat der LSV eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Wechseln Sie hier zur Seite mit unserer Stellungnahme.
LSV-Stellungnahme
