Pressemitteilung vom 16. Apr 2026

LSV hält sich Klagemöglichkeit gegen Windräder offen

Formelle „Rüge“ gegen Planungsmängel auf Bornheimer Ville

Der „Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien (TPEE)“ wurde Ende letzten Jahres vom Kölner Regionalrat verabschiedet. Der Landschaftsschutzverein Vorgebirge (LSV) e.V. verfolgt dennoch das Ziel, die nach dieser Regionalplanung mögliche Errichtung von Windrädern auf dem Bornheimer Ville-Rücken notfalls gerichtlich zu verhindern. Denn nach Auffassung des LSV ist die im Regionalplan vorgesehene massive Ausdehnung von Windenergiebereichen auf der Ville fehlerhaft und würde daher auch einer gerichtlichen Kontrolle nicht standhalten.

Allerdings stellt sich die Ausgangssituation als rechtlich kompliziert dar. Dirk Lindemann, Jurist im LSV-Vorstand, verweist darauf, „dass für Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie den LSV keine Möglichkeit besteht, gegen den Regionalplan direkt zu klagen. Das widerspricht zwar einer internationalen Übereinkunft, die auch die Bundesrepublik unterzeichnet hat. Wir verzichten aber auf eine richterliche Klärung dieses Widerspruchs durch einen Prozess gegen den Regionalplan. Der Zeit- und Kostenaufwand ist dem LSV zu hoch. Wir haben uns daher für eine andere Vorgehensweise entschieden.“

Der LSV kann nämlich gegen auf Grundlage des Regionalplans künftig erteilte Baugenehmigungen von Windrädern mit Klagen vorgehen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zuvor die rechtlichen Fehler und Planungsmängel gegenüber der Bezirksregierung nochmals in Gestalt einer formellen „Rüge“ klar benannt und erläutert werden. Zu diesem Zweck wird der Verein einen spezialisierten Fachanwalt beauftragen. Lindemann: „Auf diese Weise ist es uns möglich, notfalls später noch gegen einen eventuellen Bau von Windrädern auf den von der Bezirksregierung erweiterten Ville-Flächen gerichtlich vorzugehen.“

Wie sich die Stadt Bornheim in dieser Frage letztendlich positionieren wird, scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend entschieden zu sein.

Auf der Ville erteilte der Rhein-Sieg-Kreis bereits 2025 Baugenehmigungen für 15 Windenergie-Anlagen. Die Unternehmen zogen sich von diesen Vorhaben dann aber überraschend zurück. Der Betrieb von Windrädern auf der Ville sei mittlerweile unwirtschaftlich geworden, wie sie kürzlich noch einmal bekräftigten.