Im Reich von Hirschkäfer, Schwarzspecht und Uhu

Wald-Erkundung rund um die Weilerswister Kiesgrube

 

25.05.2013 - Bornheim-Rösberg/Merten

Von der schlechten Wettervorhersage ließen sich gut 40 Mitglieder des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge nicht abschrecken. Schließlich hatte sich Revierförster Andreas Klünker bereit erklärt, den Naturfreunden während einer Wanderung die Ökologie der Weilerswister Kiesgrube und der angrenzenden Waldgebiete fachlich zu erläutern.

Teilnehmer_Wanderung_Mai_2013Und das Wetter hatte ein Einsehen. Während der ganzen Wanderung blieb es trocken. Los ging es vom inmitten eines reizvollen Tales gelegenen Dobschleider Hof in Richtung Weilerswister Kiesgrube, die sich zu einem wertvollen Biotop für Insekten, Amphibien und Vögel entwickelt hat. Bereits seit Jahren brüten hier in den Steilwänden Uhus und ziehen erfolgreich Nachwuchs auf. Solche Kiesgruben dienen als Ersatzbiotope für verloren gegangene Flußauen-Landschaften und ermöglichen Tier- und Pflanzenarten, die auf Kiesböschungen, Sandflächen und Tümpel angewiesen sind, das Überleben.

Revierförster Klünker zeigte nach Besuch der Grube die Unterschiede zwischen aus Sicht des Naturschutzes minderwertigen Nadelholzkulturen und hochwertigen Mischwäldern, die mit ihrem teilweise alten Baumbestand und Höhlenbäumen u.a. dem streng geschützten Schwarzspecht als Lebensraum dienen. Die Nadelholzflächen sollen langfristig in naturnahe Eichen- und Buchen-Laubwälder umgewandelt werden.

An einem eingezäunten Mischwald-Areal demonstrierte der Förster den negativen Einfluss einer zu hohen Wildtierdichte auf die Waldentwicklung. Zu viele Rehe führen –  das war in den angrenzenden frei zugänglichen Waldflächen deutlich zu sehen – zu so hohen Verbiss-Schäden, dass eine Naturverjüngung des Waldes nur begrenzt möglich ist.Hirschkäferburg

Um die vom Aussterben bedrohten Hirschkäfer zu fördern, legte Klünker „Hirschkäfer-Burgen“ an. Eichenstämme, die 80 cm tief um modernde Eichenstümpfe eingegraben wurden, schützen die Larven dieses größten mitteleuropäischen Käfers vor hungrigen Wildschweinen.

Die Exkursion endete am Dobschleider Hof, wo die Rösberger LSV-Ortsgruppe unter Manfred Steiner und Maik Burkhardt die müden Wanderer zu einem kleinen Imbiss mit leckerem Kuchen und erfrischenden Getränken einlud. LSV-Vorsitzender Klaus Fietzek bedankte sich unter heftigem Applaus der Naturfreunde bei Förster Andreas Klünker und überreichte seiner Frau als Dank des Vereins einen prächtigen Blumenstrauß. Pünktlich zum Ende der Veranstaltung kam dann auch der Regen.